DesignSpark Electrical Logolinkedin
Menu Suche
Ask a Question

Werden wir jemals 3D-gedruckte Fußballschuhe bei einer Weltmeisterschaft sehen?

Als der Fußball anfing beliebt zu werden, trugen die Spieler ihre harten und schweren Arbeitsschuhe. Diese waren aus Leder, hatten Stahlkappen und einen hohen Knöchelschutz. Erst später im 19. Jahrhundert wurden die ersten Schuhe speziell für den Fußball hergestellt, die damals noch über 500 g Gramm wogen. Bei Nässe verdoppelte sich ihr Gewicht (und laut meines Großvaters auch das des Balles).

Seitdem haben sich Fußballschuhe erheblich weiterentwickelt. Der Fokus der Hersteller hat sich von Schutzeigenschaften auf modisches Design und bessere Ballkontrolle dank leichterer und flexiblerer Materialien verschoben.

In der heutigen Zeit und mit dem immer höheren Tempo im Fußball müssen die Schuhe jedoch noch leichter werden und gleichzeitig bestmögliche Ballkontrolle und maximalen Komfort bieten. Dementsprechend vermuten viele, dass 3D-gedruckte Schuhe der nächste große Trend für Hersteller werden. Stehen die zukünftigen Stars bei den Weltmeisterschaften 2022, 2026 oder 2030 also in komplett individualisierten Schuhen auf dem Rasen, die mit dieser Technologie hergestellt werden?

Der 3D-Druck würde es Spielern erlauben, ihre Schuhe in nie dagewesenem Ausmaß zu personalisieren. Mit der Technologie könnte man Fußballschuhe auf Grundlage eines Scans der Füße der Spieler herstellen, damit sie perfekt sitzen und maximalen Komfort und Kontrolle bieten.Es klingt naheliegend, warum tragen Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi also noch keine 3D-gedruckten Fußballschuhe? Die Antwort ist ganz simpel: Die Technologie ist einfach noch nicht so weit.

Es werden bereits seit einigen Jahren Schuhe mit 3D-Druck entwickelt und hergestellt. Sporthersteller wie New Balance entwickeln sogar einen Laufschuh mit einer 3D-gedruckten Zwischensohle. Doch keines der synthetischen Materialien, die für den 3D-Druck verwendet werden, eignet sich derzeit für ein komplettes Produkt, das sich auf demselben Niveau der auf dem Markt befindlichen Fußballschuhe befindet.

Unternehmen wie Adidas, Nike und Puma verwenden derzeit Materialien, die weniger als einen Millimeter dick sind und auch genäht elastisch, wasserbeständig und langlebig bleiben. Leider kann die Kombination dieser Eigenschaften derzeit nicht mit 3D-Druck erzielt werden.

Obwohl keiner der großen Hersteller bisher ein funktionierendes Modell vorstellen kann, das kommerziell realisierbar ist, gab es bereits einige sehr vielversprechende Prototypen, die im Internet erschienen sind. Allen voran sind dabei die 2013 hergestellten 3D-gedruckten Fußballschuhe zu nennen, die vom ehemaligen Profifußballer Sam Margetts für seinen Kurs an der Auckland University entwickelt wurden.

Image: https://sammargetts.wordpress.com/

Er erschuf einen Fußballschuh für Spieler aller Alters- und Fähigkeitsstufen, der sich wie eine zweite Haut anfühlte. Er wollte das Problem der meisten nicht-professionellen Fußballer lösen, die derzeit einen Schuh finden müssen, der „gut genug“ statt „wirklich gut“ passt.

Sein Design verwendet ein ähnliches Konzept und Material wie ein Boil & Bite-Sportmundschutz. Die Spieler erwärmen die Schuhe in warmem Wasser und passen den Schuh dann exakt an die Form ihres Fußes an, indem sie Druck auf bestimmte Stellen ausüben und die Schnürsenkel festziehen.

Dadurch bieten die Schuhe eine perfekte Passform und sitzen wie eine zweite Haut. Das Material sorgt dafür, dass die Schuhe stoßdämpfend wie ein Mundschutz sind. Das bietet zusätzlichen Schutz vor Fußverletzungen. Weitere positive Eigenschaften des Materials sind, dass es weich (zur Steigerung der Ballkontrolle), langlebig, leicht und wasserdicht ist.

Um das geringe Gewicht und die maximale Leistung sicherzustellen, umfasst Sams Design auch nahtlose, 3D-gestrickte Netzsocken aus Polyester, die so entwickelt wurden, dass sie das äußere Formmaterial verstärken. Dadurch kann es dünner und leichter sein, während es gleichzeitig genauso stark und robust bleibt.

Weitere Informationen finden Sie unter https://sammargetts.wordpress.com/ in Sam Margetts komplettem Blog.

Die Alternative zum 3D-Druck

3D-Druck ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit. Unternehmen wie Under Armour arbeiten stattdessen daran, neue auxetische Materialien speziell für Fußballschuhe zu entwickeln. Auxetische Materialien haben eine negative Poissonzahl und werden bei Streckung senkrecht zur angewandten Kraft dicker.

Image: University of Malta

Bei einem Gespräch im SportTechie Podcast mit Bram Weinstein im September 2017 sagte Antonio Zea, der Senior Director von Global Football Footwear: „Ich bin von der Idee bis zur regalfertigen Version am Prozess beteiligt, bei dem Innovation im Vordergrund steht.“

„Wir möchten die Bedürfnisse von Fußballspielern und die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten verstehen. Wir möchten nicht nur eine Marke sein, die Schuhe verkauft, sondern das Spiel von Grund auf verändern.“

„Fußball ist in vielerlei Hinsicht ein traditioneller Sport. Aktuell kann man eine gewisse Veränderung bei den angewandten Technologien beobachten, aber die Produkte, die die Spieler tragen, die Art und Weise, wie das Spiel gespielt und wie darüber gesprochen und gedacht wird, hat sich nicht viel geändert: die Erfahrung, Fußballschuhe zu kaufen, sie zu tragen, ihre Eigenschaften zu erforschen. Es gab viele Veränderungen, aber ich glaube wirklich daran, dass sich das Spiel zukünftig stark ändern kann. Genau genommen kleben wir bei der Herstellung von Fußballschuhen immer noch hartes Material auf weiches Material, was an sich schon viele Herausforderungen mit sich bringt. Die Technologie hat sich in den letzten 40 Jahren weiterentwickelt, aber die Erfahrung hat sich nicht wesentlich verändert.

Ich muss an die Zukunft denken, nicht nur im Hinblick darauf, wie ein Schuh aussehen kann, sondern auch darauf, wie man das Gefühl und die Erfahrung der Spieler mit dem Schuh ändern kann. Wir möchten die Beziehung zwischen Spielern und ihren Schuhen neu beleben.

Jeder Fuß hat eine andere Form. Wie können wir also die beste Passform für jeden Spieler sicherstellen? Wie können wir es ihnen ermöglichen, ihre Erfahrung zu personalisieren und bis hin zum Material alles selbst auszusuchen.

Wir nutzen einige neue und andere Techniken. Wenn Sie einen beliebigen Spieler nach seinen Wünschen fragen, dann wollen alle, dass ihr Schuh gut aussieht und gut passt. Von den Gewölben über die Breite bis hin zur Schritthöhe sind alle Füße verschieden.

Wir haben begonnen, Prototypen mit auxetischen Formen zu erstellen, um zu versuchen, auf dem Konzept der Passform aufzubauen. Wir möchten die perfekte Passform für jeden erzielen, und das über die gesamte Spieldauer. Wir haben sogar ein neues Material mit dieser Technik entwickelt, das 2018 freigegeben wird. Wir möchten die vorhanden Konzepte dazu aufbrechen, wie genau ein Schuh passen kann. Wenn wir dieses Ziel einmal erreicht haben, werden alle Folgeschritte einfacher.

Ein Schuh muss an jeden Fuß passen, überall und unter allen Umständen, aber das ist mit der Art und Weise, mit der die Branche derzeit Schuhe herstellt, nicht realistisch. Wie können wir also damit anfangen, Materialien zu verwenden, die besser auf die Leistung jedes Spielers zugeschnitten sind, sich mit der Zeit an ihre Füße anpassen und im Grunde eine Erweiterung ihres Körpers darstellen?

Wir haben angefangen, Fußballschuhe so anzupassen, zu personalisieren und maßzuschneidern, dass sie wirklich eine Erweiterung des Spielerkörpers werden.“

Die Entwicklung geht weiter

Es gibt also eine Reihe von Optionen für die Zukunft des Fußballschuh-Designs, aber alle haben letzten Endes das Ziel, sicherzustellen, dass der Schuh an die Füße der einzelnen Spieler angepasst wird. Würden Sie einem 3D-gedruckten Fußballschuh vertrauen? Hinterlassen Sie einen Kommentar und lassen Sie es uns wissen.

I am a 31-year-old tech lover, self-confessed geek and football fanatic! When I am not playing with the latest gadget you will often find me watching my favourite TV shows including Game of Thrones, Young Sheldon and The Big Bang Theory. Feel free to follow me on Instagram @robbiedunion or Twitter @robbiedunion

21 Feb 2019, 13:53

Kommentare

[Comment was deleted]