DesignSpark Electrical Logolinkedin
Menu Suche
Ask a Question

Wann ist ein Brandschutzschalter pflicht?

Warum Brandschutzschalter? Das sollten Sie wissen, den die Zeit zum Handeln ist gekommen!

Serielle Fehlerlichtbögen können von gängigen Schutzkomponenten wie Leitungs- oder FI-Schutzschaltern nicht detektiert werden, da diese Störfälle zu keiner Erhöhung des Laststroms, bzw. zu einem Fehlerstrom führen.

Bei parallelen Fehlerlichtbögen in Verbindung mit sehr hoher Netzimpedanz wiederum liegt der fließende Strom im Kurzschlussfall möglicherweise unter der Auslösekennlinie der Überstromschutzeinrichtung, so dass die Abschaltung nicht oder zu spät veranlasst wird.

Diese Schutzlücke schließen Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen, wie sie Siemens mit dem Brandschutzschalter (engl.: Arc Fault Detection Device, kurz AFDD) bietet. Die Geräte sind in der Lage, alle Arten von Fehlerlichtbögen zu erkennen.

 

Normative Lage

In den USA sind Brandschutzschalter als AFCI (Arc Fault Circuit Interrupter) bekannt und seit vielen Jahren vorgeschrieben. Auch die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC), das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) sowie die Deutsche Kommission für Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) haben die Dringlichkeit erkannt und den Fehlerlichtbogenschutz als Empfehlung aufgenommen.

Mit der Veröffentlichung der nationalen Norm DIN VDE 0100-420:2016-02 im Februar 2016 wurde die Installation des Brandschutzschalters für bestimmte Anwendungsbereiche verpflichtend. Diese Version ersetzt die Vorgängernorm von 2013, für die eine Übergangsfrist bis 18.12.2017 galt. Das heißt konkret:

In allen Elektroinstallationen, die nach Veröffentlichung der aktuellen Version der DIN VDE 0100-420 im Februar 2016 projektiert werden, müssen Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen in den definierten Anwendungsbereichen eingesetzt werden.

Mit Aufnahme dieser Schutzeinrichtung wurde der Einsatz des Brandschutzschalters zur anerkannten Regel der Technik und muss in einphasigen Wechselspannungssystemen mit einem Betriebsstrom nicht größer als 16 A für folgende Anwendungen verpflichtend eingebaut werden:

  1. in Schlaf- oder Aufenthaltsräumen von Heimen oder Tageseinrichtungen für Kinder, behinderte oder alte Menschen (z. B. Kindertagesstätten, Seniorenheime)
  2. in Schlaf- oder Aufenthaltsräumen von barrierefreien Wohnungen nach DIN VDE18040-2
  3. in Räumen oder Orten
         - mit einem Feuerrisiko durch verarbeitete oder gelagerte Materialien
         - mit brennbaren Baustoffen
         - mit Gefährdungen für unersetzbare Güter.

Dazu gehören holzverarbeitende Betriebe, Papier- und Textilfabriken, Holzhäuser, Museen, Bahnhöfe, Galerien und gelistete Baudenkmäler.

Der im Dezember 2018 veröffentlichte Normenentwurf DIN VDE 0100-420-1:2018-12 sorgt aktuell für hohen Diskussionsbedarf. Ende Januar endete die Einspruchsfrist für diesen Entwurf. Mit der danach folgenden Einspruchsberatung des IEC Normengremiums behält die DIN VDE 0100-420:2016-02 weiterhin ihre Gültigkeit!

Der neue Brandschutzschalter im Test: 

Produktneuheiten

Der aktuelle Brandschutzschalter 5SV6 schreibt eine Erfolgsgeschichte fort: Mit dieser Neuentwicklung hat Siemens als erster Hersteller bereits die dritte Produktgeneration für den präventiven Brandschutz auf den IEC-Markt gebracht. Die Komponente ist der weltweit schmalste Brandschutzschalter mit integriertem Leitungsschutz in nur 1 TE Breite. Bei bisherigen Installationen mussten für diese Funktionalität 2TE je Stromkreis vorgesehen werden. Der 5SV6 kann damit nicht nur einfach in Neubauten installiert, sondern genauso problemlos in Bestandsgebäuden nachgerüstet werden. Eine normgerechte Erweiterung der Elektroinstallation um den Schutz vor Elektrobränden ist jederzeit schnell möglich.

Technologie

Basierend auf einer seit Jahren in den USA bewährten Technologie erfassen sie nicht nur Strom und Spannung: Die Brandschutzschalter (AFDDs) von Siemens detektieren zusätzlich auf Basis der patentierten Erkennungsmethodik SIARC kontinuierlich das Hochfrequenz-rauschen in Hinblick auf Höhe, Stabilität und Dauer.

Integrierte Filter in Verbindung mit intelligenter Software verarbeiten, analysieren und bewerten diese Signale nach einer Vielzahl von Kriterien, um so zum Beispiel die Gesamtenergie, Lichtbogenenergie und -stabilität, das Plateau der Lichtbogenspannung sowie den Flammenauftritt zu ermitteln. Sind die Bedingungen eines Fehlerlichtbogens erfüllt, wird der angeschlossene Stromkreis innerhalb von Sekundenbruchteilen abgeschaltet. Brandgefahren von der elektrischen Leitung bis hin zum Endgerät können so frühzeitig erkannt und unterbunden werden.

InesBärthlein hat noch keine Biografie verfasst...

20 Aug 2019, 13:49

Kommentare