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21 Feb 2019, 13:53

Aufstieg und möglicher Fall des Drohnen-Reiches

 

Drohnen finden sich heutzutage überall in den Online- und Offline-Geschäften. Es gibt große Drohnen, kleine Drohnen, Drohnen mit Kameras und ohne Kameras. Der Vorrat an Drohnen scheint unerschöpflich zu sein, und die Heimanwender stürzen sich förmlich darauf, beispielsweise als Spielzeug für Zuhause, mit dem sie epische und schlecht bearbeitete (angesichts dessen, was auf YouTube zu sehen ist) Aufnahmen von so ziemlich allem machen. Selbstverständlich können Drohnen für viele andere Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Überwachung tausender Hektar Ackerland, zum Enteisen von Stromleitungen, oder zum Inspizieren von Gebäuden auf ihre Integrität. Ganz offensichtlich haben Drohnen das Potenzial, viele Aspekte unseres Lebens grundlegend zu verändern. Diese Entwicklung steht erst am Anfang, aber es ist durchaus denkbar, dass Ihr Lebensmitteleinkauf und vielleicht Ihre Medikamente künftig von einer Drohne geliefert werden, während die Ordnungshüter die Massen aus der Ferne beobachten. Die Liste potentieller Anwendungen wächst täglich und es scheint unendlich viele Möglichkeiten zu geben.

Es ist offensichtlich, dass es am Himmel eng werden könnte, wenn sich die unbemannten Drohnen für Unternehmen, privates Vergnügen oder für Militär oder Sicherheitskräfte ungebremst weiter vermehren.

Die Flugdrohnen sind älter, als man erwarten würde

Die frühen Drohnen

Schon 1849 setzten die österreichischen Streitkräfte bei der Belagerung von Venedig etwas ein, was man durchaus Drohnen nennen könnte. Damals entschlossen sich die Venezianer zu einem Aufstand gegen die österreichische Vorherrschaft. Eine Reihe von Ballons wurde mit Sprengstoff und einem einfachen Zeitzünder bestückt und zum Luftangriff gegen Venedig geschickt. Das Problem bei sowas ist nur, dass die Bestimmung der vorherrschenden Windrichtung keine exakte Wissenschaft ist. Deshalb haben die meisten Ballons nie ihr Ziel erreicht. Viele sind sogar über den österreichischen Linien detoniert. Die Venezianer ergötzten sich an dem Schauspiel, das für sie größtenteils ein wunderbares Feuerwerk war. Fast 100 Jahre später haben die Japaner im zweiten Weltkrieg ungefähr 10.000 Ballons mit Bomben gefüllt und in Richtung US-Küste geschickt, in der Absicht, Brände zu entfachen und Panik auszulösen. Das misslang gründlich. Die einzigen Opfer, die aufgrund dieses Angriffs zu beklagen waren, war eine junge, sechsköpfige Familie, die einen der Ballons fand. Dieser explodierte just in dem Moment, als sie ihn aus Neugierde näher untersuchen wollten.

 

 

Nikola Tesla stellte 1898 das weltweit erste funkgesteuerte Fahrzeug vor. Dieses wurde mittels der Decodierung von Hertz'schen Wellen gesteuert, ein Verfahren, das Tesla „Teleautomation“ nannte. Im zweiten Weltkrieg hat die Royal Air Force ein unbemanntes, funkgesteuertes Flugzeug mit dem Spitznamen „Die Bienenkönigin“ (The Queen Bee) entwickelt, das zum Flugabwehrtraining genutzt wurde. Es wurden hunderte dieser Flugzeuge gebaut und erfolgreich eingesetzt. Eines davon kann sogar heute noch im De Havilland Museum bestaunt werden. Springen wir nun in die 1990er-Jahre und zu einem Flugzeug, das wir alle aus Film und Fernsehen kennen, der Predator-Drohne. Die Art und Weise, wie mit diesem ferngesteuerten Flugzeug Angriffe auf der anderen Seite der Welt geflogen werden können, hat die Kriegsführung dauerhaft beeinflusst. Die Drohne ermöglicht eine viel genauere taktische Luftaufklärung und eine präzisere Zielerfassung und ist damit viel effizienter als die Flächenbombardierungen des zweiten Weltkriegs. Etwas jedenfalls scheint sicher: die Drohnen werden nicht wieder aus unserem Alltag verschwinden und werden diesen in Zukunft noch stärker und in nicht absehbarer Weise bestimmen.

Die Drohne Marke Eigenbau und darüber hinaus

Als sich die 2000er-Jahre dem Ende zuneigten, fand eine Gruppe von Fans ferngesteuerter Luftfahrzeuge heraus, dass ihre Mobiltelefone alle Komponenten enthielten, die zur Herstellung eines einfachen Autopilotsystems benötigt wurden. In der Folge verwendeten sie Beschleunigungsmesser, Gyroskope, GPS, Prozessoren und andere Komponenten als Elemente für die Steuerung einer Drohne, die sich dann per Telefon bedienen ließ. Noch immer umgab die Drohnen ein gewisser Nimbus, schließlich erzielten sie astronomische Preise und waren der Aufnahme von phänomenalen, dramatischen Filmszenen und ähnlichem vorbehalten. Im Jahr 2010 erschien ein Unternehmen namens Parrot auf der Bildfläche: anlässlich der CES präsentierten sie dem staunenden Publikum ihren Quadrocopter, die AR.Drone. Diese Drohne ließ sich mit dem iPhone steuern, besaß eine Front- und eine Heckkamera und war in der Lage, sagenhafte Aufnahmen zu machen, während sie durch die Luft flitzte. Aber vor allem war sie sehr einfach zu handhaben. Die Parrot AR.Drone hielt sich selbst stabil in der Luft und musste nur gesteuert werden. Dies war ein enormer Durchbruch in der Drohnentechnologie. Parrot auf dem Fuße folgte ein Unternehmen namens DJI, das eine fantastische kleine Drohne namens Phantom herstellte. Diese besondere Drohne konnte nicht nur Videos aufzeichnen, sondern auch Kunststücke in der Luft vollführen. Beging man zu viele Fehler, kam die Drohne automatisch zum Ausgangspunkt zurück. Damit hat sich DJI einen soliden Platz auf dem Markt für Drohnen erobert. Seither ist das Unternehmen stetig gewachsen und behauptet jetzt einen Marktanteil von ungefähr 70 %.

Drohnen werden immer besser, verfügen über mehr Funktionen und bessere Kameras und einige können sogar kleine Pakete transportieren. Am anderen Ende des Preisspektrums stehen jene winzigen Drohnen, die man zuhause als Spielzeug benutzen kann. Drohnen können heute um Hindernisse herum manövrieren, liegen auch bei stürmischen Windverhältnissen stabil in der Luft, funktionieren unter Wasser und fliegen so hoch und so weit wie nie zuvor. Der Markt für Drohnen hat eine beachtliche Größe erreicht, kann sich aber nicht mit dem Markt für Smartphones messen. Aber er wird auch in Zukunft weiter wachsen, wobei ein großer Prozentsatz auf den Hobbymarkt entfallen wird, der größte Anteil aber auf Drohnen für die Industrie und das Militär.

Die Gesetze des Himmels

Mit all diesen Drohnen, die sich potentiell am Himmel tummeln und auch abstürzen können, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor jemand durch eine abstürzende Drohne verletzt oder gar getötet wird. Daher werden die Luftfahrtbehörden weltweit eine gewisse Kontrolle auf die Beine stellen müssen. In Großbritannien beispielsweise darf eine Drohne, die zwischen 250 g und 7 kg wiegt, nicht höher als 400 Fuß (122 m) fliegen. Außerdem gibt es Sperrzone von 1 km um alle Flughäfen, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch erweitert wird. Die jüngsten Gesetze sehen zudem vor, dass Drohnen mit einem Gewicht ab 250 g bei der Zivilluftfahrtsbehörde registriert werden müssen (in Kraft ab November 2019). Zudem müssen ab diesem Datum die Eigentümer solcher Drohnen Online-Sicherheitstests bestehen. Bei Unterlassung droht eine saftige Geldstrafe. Die britische Regierung arbeitet auch an einem Drohnengesetz. Es bleibt abzuwarten, welche Neuerungen dieses Gesetz bringen wird. Mit all diesen neuen Gesetzen scheint es, dass es nicht die Drohnen herstellenden Unternehmen sind, die in Zukunft den Ton angeben werden, sondern vielmehr die Gesetze, die die Einsatzmöglichkeiten und Nutzung der Drohnen festlegen.

Unternehmen wie Amazon haben die Lieferung durch Drohnen medienwirksam getestet. Der Service „Prime Air“ befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Aktuell wird versucht, die gesetzlichen Bestimmungen und die Bedürfnisse in Einklang zu bringen und gleichzeitig ein Support- und Servicenetzwerk für die Drohnen aufzubauen. Ich selbst stelle mir schon vor, wie Amazon-Drohnen von gierigen Teenagern mit dem Luftgewehr abgeschossen werden, nur um an die Ware zu gelangen, die sie transportieren. Es könnte ja das neuste iPhone sein.

Ein Unternehmen namens Zipline hat einen Dienst entwickelt, der Medikamente und medizinische Vorräte wie z. B. Blut in abgelegene Regionen in Ruanda liefert. Die Zipline-Drohne hat seit ihrer Einführung vor wenigen Jahren mehr als 4000 Flüge absolviert und ist seit Kurzem auch in Tansania im Einsatz. Aufgrund des Mangels an lokalen Vorschriften zum Einsatz von Drohnen ist es dort sehr einfach, solche Services aufzubauen. Dazu kommt die Abgeschiedenheit der Region, in der sie eingesetzt werden.

Die Drohnen von morgen

Die Entwickler von Drohnen arbeiten konstant daran, neue Typen und neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Eine Idee ist etwa der Einsatz von Drohnenschwärmen. In Anbetracht des Bienensterbens in bestimmten Teilen der Welt könnten ja vielleicht Schwärme winziger Drohnen zum Bestäuben von Pflanzen und Bäumen eingesetzt werden? Könnte ein Schwarm von Drohnen so koordiniert arbeiten, dass sie Prüfarbeiten übernehmen oder zu mehreren eine schwerere Last tragen? Das wäre sicher eine Möglichkeit, das neue Drohnengesetz in Großbritannien zu umgehen, denn mit 3000 Drohnen, die je 249 g wiegen und eine Aufgabe gemeinsam erledigen, ist man niemandem Rechenschaft schuldig.

Als modernes Beispiel wurden nach der von Hurrikan Harvey angerichteten Zerstörung Drohnen in großer Zahl eingesetzt, um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. Diese Drohnen haben Gebäude und Stromversorgungssysteme überwacht, um herauszufinden, wann eine sichere Rückkehr für die Menschen möglich wurde.

Es ist nicht an den Haaren herbeigezogen, wenn man sich vorstellt, dass Drohnen in einigen Jahren auch Reparaturarbeiten an Gebäuden, Brücken oder Stromversorgungsinfrastruktur durchführen könnten, die durch Naturkatastrophen oder ähnliches in Mitleidenschaft gezogen wurden. Vielleicht könnten Drohnen in der Rettung, auf See oder im Hochgebirge, eingesetzt werden und so helfen, das Risiko für die Rettungsteams zu verringern. Sicher gibt es viele unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten für Drohnen, die nur durch die eigene Vorstellungskraft und die aktuellen örtlichen Gesetze begrenzt zu sein scheinen.

Der Absturz der Drohnen

Was hoch steigt, fällt auch wieder runter, heißt es. Das gilt auch für Drohnen. Mal abgesehen von defekten Batterien und mechanischen Defekten bringt der Aufstieg der Drohnen auch den Aufstieg von Geräten mit sich, die dazu bestimmt sind, Drohnen zum Absturz zu bringen. Nicht alle sind begeistert von der Vorstellung, dass eine Drohne mit einer 4K-Kamera durchs Fenster linst oder sogar durch das Fenster hereinfliegt und die Dinge und Menschen im Raum genau unter die Lupe nimmt. Für diese Menschen (und natürlich für Sicherheitsbereiche wie etwa Strafvollzugsanstalten) gibt es die Drohnenabwehr. Es gibt Drohnen, die darauf ausgelegt sind, andere Drohnen zu jagen und einzufangen. Andernorts wurden sogar Greifvögel dazu trainiert, unerwünschte Eindringlinge im Luftraum anzugreifen. Schusswaffen werden mit Netzen mit eingebauten Gewichten geladen, um so lästige Drohnen vom Himmel zu holen. Weitere Möglichkeiten der Drohnenabwehr bieten digitale Störsignale oder ein Luftgewehr.

Die Menschen sind besorgt wenn es um Drohnen geht. Nicht nur, dass Drohnen beim Absturz für Verletzungen sorgen könnten. Darüber hinaus gibt es Bedenken in Bezug auf die Wahrung der Privatsphäre und die Sicherheit. Denn mit jedem technologischen Fortschritt verbessern sich auch diese Drohnen. Eine aktuelle 4K-Kamera ist morgen vielleicht in der Lage, Nachtaufnahmen mit Infrarot zu erstellen. In Kombination mit der richtigen Software wird es möglich, ein Gesicht zweifelsfrei aus hunderten von Metern Distanz zu erkennen. Die Aussicht auf noch mehr staatliche Überwachung ist sicher nicht an den Haaren herbeigezogen. Drohnen mit der richtigen Hard- und Software können alle Arten von Überwachung für ihren Besitzer durchführen. Zudem wird auch der Einsatz von Drohnen für terroristische Zwecke befürchtet. Beispielsweise soll angeblich der IS Drohnen entwickeln, die Bomben tragen sollen, was sicher für viele ein Grund zur Besorgnis ist. Ein Terrorangriff vor Kurzem, bei dem Drohnen verwendet worden seien, galt dem venezolanischen Präsidenten. Ein solcher Zwischenfall dient als Erinnerung daran, wozu Drohnen in den falschen Händen benutzt werden können.

Wie auch immer die Gesetze für die Verwendung von Drohnen am Ende aussehen werden und unabhängig von den künftigen Geistesblitzen der Drohnenentwickler, kann man bis November 2019 in Großbritannien weiterhin eine Drohne von mehr als 250 g Gewicht fliegen, ohne sie registrieren zu müssen. Aktuell scheint es, dass man die Zeit bis dahin nutzen sollte, wenn man gerne mal eine Drohne anständiger Größe ungehindert nutzen möchte. Außer natürlich, man spielt mit dem Gedanken, nach Ruanda auszuwandern.

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21 Feb 2019, 13:53

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